Gestatten Kunstreich, mein Name

Ich finde dicke Bretter,
man gebe mir eine Bohrmaschine

Zur Zeit schreibe ich meine Abschlussarbeit bei Prof. Dr. Marcinkowski & Priv.-Doz. Dr. Scholl. Der Titel lautet: „Vom Marktversagen zur Spendenökonomie — Wie finanziert sich Journalismus, wenn niemand mehr zahlt?

Auch sonst forsche ich gerne, schreibe viel klein und auch mal größer, gestalte und baue dann Dinge im Internet — u.a. für fischerAppelt furore, upstream Agile GmbH oder die namics AG.

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Wenn zwei sich streiten (1)

2 Dec 2010
Ich kannte den Begriff Fremdschämen nur aus dem Privatleben, aber das RTL-Programm ist zwischen banal und anal.

ARD-Programmchef Volker Herres

Die Antwort von RTL-Sprecher Christian Körner fällt lapidar aber nicht minder underhaltsam aus. Er zitiert H.G. Wells:

Moralische Entrüstung ist Neid mit einem kleinen Heiligenschein

via Kress

2 Dec 2010
Ein Mann, der was zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Nicht schlimmer sind Zuhörer daran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.

— Aus Brechts Radiotheorie

30 Nov 2010
Komplexität ist dadurch bestimmt, dass weder kausale noch statistische Beschreibungen möglich sind, weil das Phänomen weder aus heterogenen, aber wenigen, noch aus vielen, aber homogenen, sondern aus zahlreichen und heterogenen Faktoren oder Elementen besteht.

— Baecker, Dirk (2008): Medienforschung. In: Münker, S./Roesler, A. (Hrsg.): Was ist ein Medium?

4 Nov 2010
Wir verteilen also in allen Tabaktrafiken des Landes Fragebogen. Trafiken waren, wie auch jetzt, Staatsmonopol und mußten daher mit uns zusammenarbeiten. Ich möchte hier auf die ziemlich naive Methode, statistisch repräsentative Querschnitte zu finden, nicht näher eingehen.

— Lazarsfeld, Paul (1975): Zwei Wege der Kommunikationsforschung. In: Die elektronische Revolution. Wie gefährlich sind Massenmedien?

3 Nov 2010
Mit einer »Presse-Enquete« wollte Max Weber die Massenmedien und ihre mentalitätsprägende Macht entzaubern.

— Siegfried Weischenberg; Soziologie: Banausisch gescheitert

29 Oct 2010
[…] weil die Zeitungen „nun nicht mehr studiert, sondern zur Orientierung schnell überflogen werden“, weshalb die Dinge „stets an demselben Orte stehen“ müssten und „alles kurz, übersichtlich, leicht fasslich, klar ausgedrückt“ zu sein habe, denn „man will nicht über einer komplizierten Beschreibung oder Beweisführung brüten, bis bei einer Kurve der Bahn man vom Nachbarn einen Stoß erhält und glücklich die Zeile und damit das Interesse für die ganze Frage verloren hat“.

— Haas, A. (1914): Das moderne Zeitungswesen in Deutschland. Berlin.

Noch ein blinder Fleck?

29 Oct 2010

Man darf gespannt sein: Wie lange wird es wohl dauern bis der eine oder andere auf die Studie von Nicola Pointer aufmerksam wird. Sie bietet nämlich empirisch gestützte Argumente, um mit diesen bewaffnet neuen Wind in die endlose Debatte von Blogger vs. Profis zu bringen. Berichterstattung über medienökonomische Themen ist nicht all zu selten Thematisierung über das Internet. Kulturkampf & Popcorn!

Dem Verleger, der für seine Zeitung nicht nur die publizistische, sondern auch die finanzielle Verantwortung trägt, wird das Recht zugesprochen, dass er im Rahmen der Grundsatz- und Richtlinienkompetenz grundsätzlich auf die redaktionelle Arbeit Einfluss nehmen kann. […] Unabhängiger Journalismus scheint somit fast unmöglich.
28 Oct 2010
She found that the ability to delay gratification—eighth graders were given a choice between a dollar right away or two dollars the following week—was a far better predictor of academic performance than I.Q. She said that her study shows that “intelligence is really important, but it’s still not as important as self-control.

— The secret of self-control

14 Oct 2010
Für den britischen Markt kamen [die Autoren] auf einen Wert von umgerechnet mehr als 350 Euro, auf die ein Konsument freiwillig verzichtet, nur um sich nicht mit dem leidigen Papierkram eines Stromanbieterwechsels beschäftigen zu müssen. Bei derart hohen psychologischen Kosten droht selbst Anbietern mit hohen Preisen kaum Kundenverlust.

—  Die teure Trägheit der Verbraucher